StartseiteStartseite  LoginLogin  PortalPortal  KalenderKalender  FAQFAQ  SuchenSuchen  AnmeldenAnmelden  

Austausch | 
 

 Rhetorische Stilmittel

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Laoghaire
Kurzroman
avatar

Weiblich Beiträge : 3260
Anmeldedatum : 21.11.10
Alter : 31
Ort : in den Untiefen meiner Fantasie (und den Untiefen dreckiger Wäsche)
Ich schreibe : Romane (Fantasy, Drama)


BeitragThema: Rhetorische Stilmittel   Mi Feb 02, 2011 7:49 pm

Huhu,
hab heute noch mal eine schöne Liste bei Wikipedia gefunden. Stilmittel kann man ja immer verwenden und damals in Latein fand ich die recht cool.

Zitat :
Accumulatio (auch Akkumulation)
Anhäufung thematisch zusammengehörender Wörter unter einem genannten oder nicht genannten Oberbegriff (siehe auch Hendiadyoin, Pleonasmus, Tautologie)
„Feld, Wald und Wiesen“; „Sonne, Mond und Sterne“

Adynaton
Betonung durch Vergleich mit Unmöglichem
„Eher geht die Welt unter, als dass …“

Allegorie
Verbildlichung, ausgeführte Metapher; eine Allegorie ist im Allgemeinen ein Gleichnis. Häufig wird hierbei eine abstrakte Idee durch etwas Gegenständliches ausgedrückt.
„Auf dem Theater der Welt sind alle Menschen Spieler: mancher bekommt die Rolle eines Königs, mancher die eines Bettlers …“

Alliteration
Zwei oder mehrere unmittelbar aufeinander folgende Wörter besitzen den gleichen Anfangslaut.
„Kind und Kegel“; „Milch macht müde Männer munter“; „Mensch Meier“; „Veni vidi vici“ (Cäsar); „Chor der Kinder“; „O Tite, tute, Tati, tibi tanta, tyranne, tulisti!“ (Ennius)

Allusion
Anspielung
„Sie wissen, was ich meine.“

Alogismus
drückt einen unlogischen Sachverhalt aus oder stellt eine Überlegung dar, die sich selbst oder der Logik widerspricht „Sind nackte Frauen intelligent?“; „Nachts ist es kälter als Draußen.“

Anadiplose
Sonderfall der Repetitio, Wiederholung eines (satz-) versschließenden Wortes am Beginn des nächsten Satzes/Verses (Schema: ... x / x ...) (siehe auch Anapher, Epipher, Geminatio, Kyklos, Symploke)
„Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen, Wind und Wellen spielen nicht mit seinem Herzen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Anakoluth
Satzbruch; eine plötzliche Änderung in der grammatischen Konstruktion, dem Aufbau eines Satzes.
„Korf erfindet eine Mittagszeitung, welche, wenn man sie gelesen hat, ist man satt.“ (Christian Morgenstern)

Anapher
Sonderfall der Repetitio, Wiederholung am Satz-/Versanfang, häufig auch mit Parallelismus; (Schema: x ... / x ...); häufig z. B. bei politischen Reden (siehe auch Anadiplose, Epipher, Geminatio, Kyklos, Symploke)
„Ich fordere Moral. Ich fordere Verständnis.“

Anastrophe
Vertauschung zweier zusammengehörender Wörter (siehe auch Inversion)
„der Verstellung schwere Kunst“ anstelle von „die schwere Kunst der Verstellung“

Anthropomorphismus (auch Personifikation)

Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf unbelebte Gegenstände (siehe auch: Verdinglichung)
„Die Frau schüttet den Tee aus der Kannennase“

Antiklimax
Abfallende Steigerung, Gegenteil zur Klimax
„Urahne, Großmutter, Mutter und Kind“ (Gustav Schwab: Das Gewitter)

Antilabe
Text einer (vom Rhythmus her zusammengehörenden) Zeile wird auf mehrere Sprecher verteilt
„DER HERR: Kennst du den Faust? / MEPHISTOPHELES: Den Doktor? / DER HERR: Meinen Knecht!“ (Faust I)

Antiphrasis (auch Antiphrase)
Es soll das Gegenteil des eigentlich Gesagten ausgedrückt werden; kann sich auf ein einzelnes Wort, einen Satz oder eine Passage beziehen; eine der häufigsten Formen der Ironie
„Hast du heute wieder gute Laune!“

Antithese
Polarität (gedanklicher Gegensatz) (siehe auch Antitheton)
„Er konnte alles, aber er konnte dies nicht.“; „Sein Blut ist heiß, sein Blut ist kalt.“; „Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein. (Andreas Gryphius)“

Antitheton
Gegenüberstellung zweier entgegengesetzter Gedanken (kein Widerspruch) (siehe auch Antithese)
„Das wird Schaden, nicht Nutzen bringen.“

Antonomasie
Sonderfall der Synekdoche, Eigenname als Gattungsbegriff (oder umgekehrt)
„Herkules“ als Bezeichnung für einen starken Menschen; „Kritikerpapst“ für Marcel Reich-Ranicki

Apokoinu
Ein Teil (Wort oder Satzteil) eines Satzes wird gleichmäßig auf zwei andere Teile bezogen.
„Was sein Pfeil erreicht, das ist seine Beute, was da kreucht und fleucht.“

Aposiopese

Abbruch mitten im Satz
„Seht mal, was ich …“

Apostrophe
Hinwendung zum Publikum oder zu einer anwesenden, abwesenden oder vorgestellten Person oder Sache
„Alter Freund! Immer getreuer Schlaf, fliehst du mich?“

Archaismus
Veralteter sprachlicher Ausdruck
„Wams“ für Jacke; „gülden“ für golden

Assonanz
Vokalischer Halbreim
„Ottos Mops trotzt.“ (Ernst Jandl); „Unterpfand - wunderbar“

Asyndeton
Unverbundene Reihung gleichwertiger Elemente; Bindungswörter und Konjunktionen werden weggelassen (siehe auch Polysyndeton)
„Wasser, Feuer, Erde, Luft – ewig werden sie bestehen.“

Bathos
Gegenüberstellung eines höheren Wertes mit einem niedrigeren
„Die Explosion zerstörte alle Häuser auf der anderen Straßenseite und meinen Briefkasten.“

Brachylogie
Auslassung von Satzgliedern (siehe auch Ellipse, Zeugma)
„Das Gras verdorrt in der Sonne, das Hähnchen im Grill.“

Brevitas
Auffällig knappe Ausdrucksweise, oft durch Ellipsen unterstützt
„Wenn du mal gesellig im Wirtshaus gezecht hast, dich mit Freunden vergnügt hast und dich des Lebens gefreut hast, kommst du nichts ahnend nach Hause und staunst nicht schlecht: Auto weg, Frau weg, Geld weg.“

Buchstabendreher (Wortsilbentausch)
Meist Vertauschung der anlautenden Konsonanten, seltener der Vokale, zweier zusammengehöriger Wörter, so dass sich ein neuer, meist alberner Sinn oder Klang ergibt, Sonderfall: Schüttelreim (siehe auch Paronomasie, Polysemie, Wortspiel)
„Hauptpreis sind ein Paar kopflose Schnurhörer“ (schnurlose Kopfhörer); „Wechstaben verbuchseln“ (Buchstaben verwechseln)

Chiasmus
symmetrische Überkreuzstellung von syntaktisch oder semantisch entsprechenden Satzteilen (siehe auch Epanodos, Parallelismus)
„Ich bin groß, klein bist du.“; „Wie viel schneller man die Welt mit einem Könige versorge, als Könige mit einer Welt.“; „Er liebt Rosen, Nelken mag er nicht.“

Chiffre
Zeichen, dessen Inhalt rätselhaft und letztlich nicht (oder nur vom Autor im Gesamtzusammenhang) zu erfassen ist
„Stadt“ als Chiffre der Hoffnungslosigkeit in der expressionistischen Lyrik

Chrie
Spruchweisheit, Merkspruch, ethische Maxime
„Den Freunden Gutes tun, den Feinden Böses tun.“

Conversio
Wiederkehr eines Wortes am Satzende (siehe Epiphora)
„Er hatte am Ende nur noch Schmerzen, nur Schmerzen.“

Contradictio in adiecto
Widerspruch in sich selbst; Spezialfall des Oxymoron, widersprüchliche Kombination von Adjektiv und Substantiv
„fünfeckiger Kreis“; „geschliffener Rohdiamant“; „gerade Kurve“; „alter Jüngling“ „ehemalige Zukunft“ (aus dem Roman „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth)

Correctio
Verbesserung, Korrektur
„Es war ein Erfolg – was sage ich – ein Triumph.“

Dikolon
Zweigliedriger Ausdruck, bei dem die Teile semantisch gleich aufgebaut sind und zueinander parallel und/oder chiastisch stehen. (siehe auch Tetrakolon, Trikolon) Biblische Bilder sind häufig verwendete Allegorien, biblische Gleichnisse oft herangezogene Metaphern.

Dysphemismus
Abwertende, wertverschlechternde Umschreibung oder Wortschöpfung/Schimpfwort, Gegenteil vom Euphemismus, (siehe auch Pejoration)
„Saftschubse“ für Stewardess; „Penner“ für Obdachlose;

Ellipse
Auslassung von Satzteilen (siehe auch Brachylogie, Zeugma)
„Na und?“; „Wer? Ich!“; aber auch: „Ich kann dies, du nicht“

Emphase
Nachdrückliche Hervorhebung eines Wortes zur Gefühlsverstärkung
„Menschen! Menschen! Falsche heuchlerische Krokodilsbrut!“

Enjambement
Fortführung eines Satzes über das Vers-/Zeilenende hinaus
„Die Wellen schaukeln / Den lustigen Kahn“ (Heinrich Heine)

Enumeration
Aufzählung
„die grünen, die blauen, die roten und die gelben Bälle“

Epanalepse
Wiederholung eines Wortes / einer Wortgruppe am Satzanfang oder im Satz (siehe auch Repetitio)
„Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an.“ (Johann Wolfgang von Goethe: Erlkönig)

Epanodos
Sonderfall des Chiasmus, Wiederholung von Worten in umgekehrter Reihenfolge
„Wer nicht kann, was er will, der wolle, was er kann.“ (Leonardo da Vinci)

Epipher
Sonderfall der Repetitio, (lateinisch: conversio) Wiederholung am Satz-/Versende, (Schema: ...x/ ...x) (siehe auch Anadiplose, Anapher, Geminatio, Kyklos, Symploke)
„Ich fordere Moral, du lebst Moral.“

Epiphrase
Syntaktisch scheinbar beendeter Satz erhält Nachtrag zur Abrundung
„Mein Retter seid ihr und mein Engel.“
Epitheton (ornans)
Stehendes Beiwort, das eigentlich nicht notwendig ist
„der listenreiche Odysseus, die rosenfingrige Eos“

Eponomasie
Ersetzung eines Begriffs durch kennzeichnenden Eigennamen einer bekannten Exempelfigur
„ein ungläubiger Thomas“ statt „Skeptiker“

Etymologische Figur (figura etymologica)
Verb verbunden mit einem stammverwandten Substantiv
„einen Kampf kämpfen“; „eine Schlacht schlagen“; „in Ruhe ruhen“; „ein Spiel spielen“

Euphemismus
Beschönigende Umschreibung, Gegenteil: Dysphemismus
„kräftig“ anstelle von „dick“; „das Zeitliche segnen“ anstelle von „sterben“; „Seniorenresidenz“ anstelle von „Altenheim“

Exclamatio
Ausruf
„Stirb!“; „Hilfe!“; „Mörder!“; „Au!“

Exemplum
Beispiel; verdeutlicht einen konkreten Sachverhalt
„Hierzu werfen wir einen Blick in unsere Geschichte. Die Zeit der Weimarer Republik zeigt beispielhaft auf, warum das Recht des Parlaments auf Selbstauflösung in unserem Grundgesetz nicht vorhanden ist.“

figura etymologica
Ein Wortstamm kommt als Verb und Substantiv vor
„einen Kampf kämpfen“; „in Ruhe ruhen“

Floskel
Phrasendrescherei; oberflächliche, banale Bemerkung
„Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.“

Geminatio
Sonderfall der Repetitio, Verdoppelung (siehe Anadiplose, Anapher, Epipher, Kyklos, Symploke)
„Diese, diese Unverschämtheit!“

Hendiadyoin
Zwei Wörter mit gleicher oder sehr ähnlicher Bedeutung werden zur Verstärkung der Gesamtaussage verwandt. (siehe Tautologie)
„Mord und Totschlag“

Homoioteleuton
Endungsgleichheit, (End-)Reim nahe aufeinanderfolgender Wörter
„und verschlang die kleine fade Made ohne Gnade. Schade! …“ (Heinz Erhardt: Die Made)

Homoioarkton
Anfangsgleichheit, Gegenteil von Homoioteleuton (siehe Alliteration)
„Billionen böse Buben beobachten Boris Becker beim Bechern.! …“ „Milch macht müde Männer munter.“

Hypallage (auch Enallage)
Zuordnung eines Attributs zum falschen Substantiv
„das blaue Lächeln seiner Augen“; „Dunkel gingen sie durch die schweigende Nacht.“ (Vergil)

Hyperbaton (auch Sperrung, Sperrstellung)
Einschub durch Umstellung; zwei Wörter, die syntaktisch (und inhaltlich) zusammengehören, stehen weit voneinander „‚Hier‘, rief er, ‚bin ich‘“; „Der Kragenbär / der holt sich / munter / einen nach / dem andern / runter.“ (Robert Gernhardt)

Hyperbel
Übertreibung (siehe auch Untertreibung)
„todmüde“; „fuchsteufelswild“; „Schneckentempo“

Hysteron-Proteron
Nachholtechnik; Das logisch/zeitlich Nachfolgende wird an den Anfang gestellt (Sonderfall: Anachronismus)
„Dein Mann ist tot und lässt dich grüßen!“ (Faust I: Mephisto an Marthe)

Imperativ
Aufforderung
„Geh!“; „Stehen bleiben!“; „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Inkonzinnität
Bewusste Vermeidung von Parallelem in Syntax, Wortwahl, Tempora (siehe auch Konzinnität)
„Germanien ist von den Sarmaten und Dakern durch gegenseitige Furcht und Berge getrennt.“ (Tacitus: Germania I)

Interjektion
Ausruf, Gefühlsausdruck
„Ah!“; „Igitt!“

Inversion
Umkehrung der normalen Wortstellung im Satz zur Hervorhebung des Umgestellten (siehe auch Anastrophe)
„Ein Dieb ist er!“ (anstelle von „Er ist ein Dieb!“)

Invokation
Feierliche Anrufung, oft einer höheren Macht
„Gott sei mein Zeuge!“

Ironie
Divergenz, nicht notwendigerweise Gegensatz, von wörtlicher und wirklicher Bedeutung (siehe auch Sarkasmus, Zynismus)
„Schöne Bescherung!“; „Das hast du ja mal wieder toll gemacht!“

Kakophonie
Als unangenehm oder unästhetisch empfundener Laut, Klang oder Wortfolge, Lautfolge, die schlecht auszusprechen ist
„Rex Xerxes“

Katachrese (1)
Metapher / Metonymie als Ersatz für fehlendes Wort (vor allem bei technischen Neuerungen)
„der Arm eines Flusses“; „der Arm eines Gerätes“

Katachrese (2)
Bildbruch, Bildmissbrauch, falsche Verbindung zweier Bilder
„Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.“; „Der Zahn der Zeit, der schon so viele Tränen getrocknet hat, wird auch Gras über diese Wunde wachsen lassen.“

Klimax
Stufenweise Steigerung von Wörtern, Gegenteil zur Antiklimax
„Sie arbeiten zehn, zwölf, ja vierzehn Stunden täglich am Erfolg.“

Konzetto
Geistreich-witziges Gedanken- oder Wortspiel
„in seiner Amtszeit hätte man rechtzeitig auf den Bush klopfen sollen“

Konzinnität
Klanglich-rhythmische Ebenmäßigkeit, syntaktische Eleganz (siehe auch Inkonzinnität)

Kyklos
Sonderfall der Repetitio, Wiederholung des Satz-/Versanfangs am Ende (Schema: x ... x) (siehe auch Anadiplose, Anapher, Epipher, Geminatio, Symploke)
„Entbehren sollst du, sollst entbehren.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Litotes
Hervorhebung eines Begriffs durch Untertreibung, Abschwächung oder doppelte Verneinung
„meine Wenigkeit“ oder „nicht wenig verdienen“ (Sonderfall Negation); „ich hasse dich nicht“ (anstelle von ich liebe dich)

Metapher
Ersatz durch bildlichen Ausdruck, wobei zwischen beiden eine (oder auch mehrere) besondere Eigenschaft(en) verbindend wirkt (siehe auch Metonymie, Synekdoche, Vergleich)
„Löwe“ für „tapferer Kämpfer“; "Deckmantel einer Feigheit", "Am Fuße des Berges", "ein Meer von Menschen"

Metonymie
Ersatz durch bildlichen Ausdruck, wobei eine reale Beziehung zwischen Beiden besteht: Ursache/Wirkung, Rohstoff/Produkt, Gefäß/Inhalt,... (siehe auch Metapher, Synekdoche)
„Schiller lesen“; „das Eisen“ für „das Schwert“; „ein Glas trinken“

Montage
Ineinanderverschieben verschiedener Sprach-/Inhaltsebenen
Aus „Euro“ und „teuer“ wird „Teuro“; „kaufgepasst“

Neologismus
sprachliche Neubildung
Selberlebensbeschreibung (Jean Paul), Knabenmorgenblütenträume (Goethe), Tchibofonieren

Onomatopoesie (auch Onomatopöie, Onomatopoiie)
Lautmalerei; Der Klang des Wortes unterstreicht die Bedeutung
„Quak!“; „Kuckuck!“; „Muh!“; „Bumm!“; „Peng!“; „Zisch!“; „Es knistert und knastert“

Oxymoron
Innerer Widerspruch (Sonderfall: Contradictio in adjecto)
„Verschlimmbesserung“; „heißkalt“; „bittersüß“; „Flüssiggas“; „hübschhässlich“; „Hassliebe“; „großer Zwerg“

Paradoxon
Scheinbare Widersprüchlichkeit oder Formulierung einer Idee, die der üblichen Meinung widerspricht
„Der Entwurf ist teuflisch, aber wahrlich – göttlich (zugleich Antithese); „Die Verbrechen bringen unermessliche Wohltaten hervor und die größten Tugenden entwickeln unheilvolle Konsequenzen.“ (Paul Valéry), „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ (Sokrates)

Paralipse (auch Praeteritio/Praeterition)
Vorgebliche Auslassung; der Autor täuscht vor, etwas auszulassen, auf das er in Wirklichkeit fest besteht
„Ganz zu schweigen davon, dass Caesar auch in Gallien …“; „Ich werde Ihnen nicht die Schande bereiten, Sie daran zu erinnern, dass …“

Parallelismus
Paralleler Aufbau von (Teil-)Sätzen
„Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.“ (Emil Zátopek)

Paraphrase
Erklärende Umschreibung (als Zusatz) (siehe auch Periphrase)
„Fische, die stummen Meeresbewohner“

Parataxe
Nebeneinanderstellen gleichwertiger Hauptsätze bzw. beigeordneter Nebensätze (siehe auch Hypotaxe)
„Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen!“ (Luther)

Parenthese
Einschub
„Das ist – wie gesagt – unwichtig.“

Paronomasie (auch Annominatio)
Sonderfall eines Wortspiels, Verbindung zweier von der Bedeutung her unterschiedlicher, aber ähnlich klingender Begriffe (siehe auch Buchstabendreher, Polysemie, Schüttelreim)
„Wer rastet, der rostet.“; „Lieber arm dran als Arm ab.“

Pars pro toto
Sonderfall der Synekdoche: Etwas wird durch einen Teil benannt (siehe auch totum pro parte).
„pro Kopf“ für „pro Person“; „Seine Füße trugen ihn.“; „Ein Dach über dem Kopf haben“

Pejoration
Eine Bedeutungsverschlechterung, die ein Wort oder einen Begriff bewusst negativer erscheinen lässt. Sie ist das Gegenteil des Euphemismus, (siehe auch Dysphemismus).
„Ungeziefer“ statt „Insekten“; „sich zusammenrotten“ statt „sich versammeln“

Periphrase
Umschreibung eines Begriffs durch Einzelmerkmale (siehe auch: Paraphrase)
„der Vater des Wirtschaftswunders“, umschreibt: Ludwig Erhard

Personifikation
Siehe Anthropomorphismus: Zuweisung menschlicher Eigenschaften an Tiere, Gegenstände oder ähnliches
„Die Sonne lacht“; „Stimme des Gewissens“; „Mutter Erde“; „Vater Staat“

Pleonasmus
Häufung sinngleicher, der Wortart nach verschiedener Wörter, wobei beide Worte schon die Bedeutung des Gesamtbegriffs beinhalten (siehe auch Accumulatio, Hendiadyoin, Tautologie)
„bunte Farben“; „runde Kugel“; „alter Greis“

Pointe
Zuspitzung
„Als schwarze Lesbe in Bayern zu wohnen ist eigentlich gar nicht so schwer, man muss nur …“

Polyptoton
Wiederholung eines Wortes in verschiedenen Beugungsformen
„Auge um Auge“

Polysyndeton
Mehrfach verbundene Reihung, häufige Bindewörter sind „und“ oder „oder“. (siehe auch Asyndeton)
„Einigkeit und Recht und Freiheit“ (Deutsche Nationalhymne)

Prolepsis
Vorwegnahme (z. B. eines möglichen Einwandes)
„Natürlich könnte man hier einwenden, dass …“

Redundanz
Anreicherung der Rede mit für die reine Aussage Unnötigem
„‚Bei der Schlußfeier der XVI. Olympischen Sommerspiele schickten die australischen Salutschützen dem Muskelkrieg von Melbourne ein martialisches Echo nach. Die Artilleristen Ihrer Majestät der englischen Königin lieferten den aktuellen kriegerischen Kulissendonner zu jenem olympischen Schauspiel, das inmitten einer sehr unfriedlichen Welt zum schlechten Stück geworden war. Sie kanonierten die wie einen Zylinderhut aufgestülpte Schlußfeier-Stimmung und alle preisenden Reden von der Gleichheit und Brüderlichkeit unter Sportsleuten zu eitel Schall und Rauch.‘ […] Versucht man, das Zitat aus seiner Zeitschrift ins Deutsche zurück zu übersetzen, so ergeben sich zwei Sätze, die in der Tat knapp sind: ‚Bei der Schlußfeier der Olympiade wurde Salut geschossen. Das hat uns mißfallen.‘“ (Hans Magnus Enzensberger); „von lûter stime gelmen / huop sich da wüefen unde braht.“ (Konrad von Würzburg)

Repetitio
Wiederholung eines Wortes/Satzteils (siehe auch Anadiplose, Anapher, Epanalepse, Epipher, Geminatio, Kyklos, Polyptoton Symploke) „er gab und gab und gab et dar“ (Konrad von Würzburg);
„bald da, bald dort“

Rhetorische Frage
Frage, auf die keine Antwort erwartet wird
„Was ist schon normal?“; „Seh’ ich so blöd aus?“; „Wo sind wir denn hier?“;

Sarkasmus
Beißender, bitterer und verletzender Spott und Hohn, auch boshafte, manchmal bittere Art der Ironie als Reaktion auf einen Angriff (siehe auch Zynismus)
Der Geschlagene ruft, anstelle zu weinen: „Natürlich! Gleich noch mal!“

Scheindefinition
Gibt vor etwas zu erklären, ist aber nur die Meinung des Sprechers
„Purex ist Geschmack.“

Sentenz
Knapper, treffend formulierter Sinnspruch, der einen Satz zusammenfasst und zu allgemeiner Bedeutung erhebt
„Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ (Friedrich Schiller: Wilhelm Tell)

Sermocinatio
Einführung einer lebenden, verstorbenen oder erdichteten Person mittels einer Rede in der 1. Person. Die Sprache wird dieser Person angepasst
Und so schliesse ich dann dieses Kapitel mit einem Ausspruch, der die Tante Jolesch nicht nur in sprachlicher Hinsicht auf dem Höhepunkt ihrer Formulierungskraft zeigt: „Was ein Mann schöner ist als ein Aff’ ist ein Luxus.“ Friedrich Torberg: Die Tante Jolesch

Solözismus
Grober sprachlicher Fehler, besonders in der syntaktischen Verbindung der Wörter
„Wo du wolle?“

Stichomythie
Schnelle Wechselrede, Schlagabtausch mit wenigen Worten, Rednerwechsel von Vers zu Vers
Dialog zwischen Haimon und Kreon in Sophokles’ Antigone

Sustentio
Überraschung
„Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Verstellung.“

Syllepse
Ein nur einmal gesetztes Satzteil gehört mehreren Kola oder Wörtern in verschiedenen grammatischen Formen oder verschiedenem Sinn an und muss in den ausgelassenen Fällen sinngemäß in modifizierter Form ergänzt werden
„Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“ (Schiller); „Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.“ (Psalm 34 (Luther))

Symbol
Bild, das auf eine abstrakte Vorstellung verweist
weiße Taube für den Frieden; rotes Herz für die Liebe

Symploke
Verbindung von Anapher und Epipher (siehe auch Anadiplose, Geminatio, Kyklos)
„Was ist der Toren höchstes Gut? Geld! Was verlockt selbst die Weisen? Geld!“

Synästhesie
Verbindung verschiedener Sinneseindrücke
„Das nasse Gras klang wie ein Liebeslied“; „Süßer die Glocken nie klingen“

Synekdoche
Ersetzung durch numerisch verwandten Begriff: Teil/Ganzes, Gattung/Art, Singular/Plural, früheres/späteres (siehe auch Antonomasie, Metapher, Metonymie, Pars pro toto, Periphrase, Totum pro parte)
„Dach“ für Haus; „Kopf“ für Mensch; „der Deutsche“ für viele Deutsche

Tautologie
Häufung, Wiederholung des Gesagten mit sinnverwandtem Wort, wobei bereits beide Wörter die Bedeutung des Gesamtausdrucks beinhalten. Beide Wörter gehören hierbei derselben Wortart an. (siehe auch Accumulatio, Hendiadyoin, Pleonasmus)
„hegen und pflegen“; „immer und ewig“; „Angst und Bange“; „Not und Elend“; „List und Tücke“

Tetrakolon
Viergliedriger Ausdruck, bei dem alle vier Teile semantisch gleich aufgebaut sind und zueinander parallel und/oder chiastisch stehen. (siehe auch Dikolon, Trikolon)
„dare, donare, dicare, consecrare“ (Cicero) („ihm geben, ihm schenken, ihm widmen, ihm darbringen“)

Totum pro parte
Sonderfall der Synekdoche. Etwas wird durch den Oberbegriff seines Bedeutungsfeldes ausgedrückt (siehe auch Metonymie, Pars pro toto)
„Wald“ für „Baum“; „Deutschland gewinnt“ statt „der deutsche Sportler gewinnt“

Trikolon (auch Dreierfigur)
Dreigliedriger Ausdruck, bei dem alle drei Teile semantisch gleich aufgebaut sind und zueinander parallel und/oder chiastisch stehen. (siehe auch Dikolon, Tetrakolon)
„Veni, vidi, vici“; „quadratisch, praktisch, gut“

Trikolon in membris crescentibus
Dreigliedriger Ausdruck in Verbindung mit einer inhaltlichen oder syntaktischen Steigerung (Klimax)
„Ich achte, liebe, vergöttere dich“; „dare, donare, dicare, consecrare“ (Cicero) („ihm geben, ihm schenken, ihm widmen, ihm darbringen“)

Untertreibung
Es wird nicht genau das angesprochen, was eigentlich gemeint ist, indem man es herunterspielt, seinen Wert mindert, untertreibt (siehe auch Litotes)
„ganz gut“ statt „hervorragend“

Variatio
Gleichklangs-/Wiederholungsvermeidung
„Die gebürtige Münchenerin verbrachte ihre Jugend in der Bayernmetropole und kehrte im Alter in die weißblaue Landeshauptstadt zurück“

Verdinglichung
Zuordnung nichtmenschlicher Eigenschaften zu Personen (siehe auch Anthropomorphismus)
„Die Dachdecker brechen entzwei“; „Bayern München hat wieder Spielermaterial zugekauft“

Vergleich (auch Gleichnis)
Veranschaulichung, gekennzeichnet durch ein Vergleichswort
„stark wie ein Löwe“; „größer als ein Elefant“

Vulgarismus
derbe oder ordinäre Ausdrucksweise (Vulgär- oder Fäkalsprache)
„kacken“

Wortspiel
vgl. Buchstabendreher, Paronomasie, Polysemie, Schüttelreim
„Jesuiter – Jesuwider“, „Unbiegsam sei sein Wille, aber biegsam sein Rücken“

Zeugma
Verbindung nicht zusammengehöriger Satzglieder
„Er hob den Blick und ein Bein gen Himmel.“; „Er öffnete die Schachtel, danach den Mund.“, „Er saß ganze Nächte und Sessel durch“, "Ich heiße Heinz Erhardt und Sie willkommen"

Zynismus
Sich durch boshaft verletzende Äußerungen zeigende Haltung eines Menschen als Demonstration der Überlegenheit (siehe auch Ironie, Sarkasmus)
„Der Schläger sagt nach seiner Tat: ‚Hat es dir gefallen? Soll ich noch mal draufhauen?‘“
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rhetorischer_Stilmittel

-----------------------------------------------------------------------------

ADMIN

Der große Bruder und die kleine Schwester




Zuletzt von Laoghaire am Mi Feb 02, 2011 9:10 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Invierno
Metapher
avatar

Weiblich Beiträge : 399
Anmeldedatum : 22.11.10
Alter : 29
Ort : Utopia

BeitragThema: Re: Rhetorische Stilmittel   Mi Feb 02, 2011 8:05 pm

So einige davon musste ich mehrere Male auswendig lernen und habe die Bezeichnungen jedes Mal doch irgendwann wieder vergessen. ^^
Nach oben Nach unten
Laoghaire
Kurzroman
avatar

Weiblich Beiträge : 3260
Anmeldedatum : 21.11.10
Alter : 31
Ort : in den Untiefen meiner Fantasie (und den Untiefen dreckiger Wäsche)
Ich schreibe : Romane (Fantasy, Drama)


BeitragThema: Re: Rhetorische Stilmittel   Mi Feb 02, 2011 11:02 pm

Ja, geht mir auch so. beim Bearbeiten fand ich es total interessant, an was ich mich noch erinnere. Meine Güte, es ist 5 Jahre herr, dass ich latein hatte -.-

-----------------------------------------------------------------------------

ADMIN

Der große Bruder und die kleine Schwester


Nach oben Nach unten
Herzkeim
Märchen
avatar

Weiblich Beiträge : 2474
Anmeldedatum : 21.11.10
Alter : 24
Ort : Dreistromland
Ich schreibe : Hauptsächlich Buchprojekte, auch mal Kurzgeschichten und Gedichte, sonst Songtexte ..


BeitragThema: Re: Rhetorische Stilmittel   Di Mai 03, 2011 2:39 pm

Ohje, die erinnern mich auch an den Deutsch-Unterricht.
Für mich sind sie beim Schreiben so voll mal gar nicht relevant ^^°

-----------------------------------------------------------------------------


Manchmal weniger hier als sonst wo. Old Souls
Nach oben Nach unten
http://herzvolumen.blogspot.com/
Laoghaire
Kurzroman
avatar

Weiblich Beiträge : 3260
Anmeldedatum : 21.11.10
Alter : 31
Ort : in den Untiefen meiner Fantasie (und den Untiefen dreckiger Wäsche)
Ich schreibe : Romane (Fantasy, Drama)


BeitragThema: Re: Rhetorische Stilmittel   Di Mai 03, 2011 10:38 pm

Für mich auch nicht so unbedingt, da ich die auch selten benutze, und wenn, dann aus dem Bauch raus. Aber das Hintergrundwissen kann ja nicht shcaden^^

-----------------------------------------------------------------------------

ADMIN

Der große Bruder und die kleine Schwester


Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Rhetorische Stilmittel   

Nach oben Nach unten
 
Rhetorische Stilmittel
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
SCHÖPFERGEIST :: SCHREIBEN UND CO. :: Schreibhilfen-
Gehe zu: